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23.06.2008

6. Holzkirchner Radsport-Festival: Entfesselte Handbiker und fulminante Zeitfahrer in Valley

 
Zum Auftakt des diesjährigen Holzkirchner Radsport-Festivals stand anders als in den vergangenen Jahren nicht nur ein Zeitfahren, sondern auch bereits ein Massenstartrennen auf dem Programm in Valley. Und sowohl bei den Sportlern wie auch bei den zahlreichen fachkundigen Zuschauern kamen die Liebhaber beider Disziplinen voll auf ihre Kosten, denn was die Handicap-Sportler auf dem 7 km langen Rundkurs bei herrlichem Sonnenschein boten, spielte sich auf allerhöchstem Niveau ab.

b Massenstartrennen der Handbiker – RSLC-Fahrer Sternath und Mosandl auf Platz drei und vier!
Einen dynamischeren Start ins Festival hätten sich die Veranstalter nicht wünschen können. Die Handbiker der drei Kategorien HC A, B und C ließen es ordentlich knacken und nahmen vor allem die Hundekurve an Start und Ziel mit einem Höllentempo und motorradähnlichen Schräglagen. Doch nicht nur Arme und Kurbeln spielten in diesem Rennen eine Rolle, sondern wie in jedem Massen¬startrennen auf flachem Parcours auch Kopf und Taktik. Zwar fiel aufgrund des hohen Tempos immer wieder ein Fahrer hinten aus dem Feld, doch trotz mehr¬facher Attacken mit knapp 50 km/h vor allem des Holländers van der Linden gelang es keinem Fahrer, auszureißen. So musste das Rennen auf dem letzten Kilometer im Spurt entschieden werden, in dem es wie immer Verlierer und Ge¬winner gab. Den Ausschlag gab die letzte Kurve vor dem Ziel und hier hatten der Raisdorfer Bernd Jeffré und der Karlsruher Norbert Koch (beide HC C) die Nase bereits vorn. Nur einige Hundertstel nach ihnen querte der erste HC B Fahrer Tobias Knecht die Ziellinie – nur 3/100stel Sek. vor Lokalmatador Elmar Sternath (HC C) vom RSLC, Edward Maalouf (HC B) und dem zweiten RSLC-Mann Norbert Mosandl (HC C). Der Sieg in der Klasse HC A ging an Christoph Etzlsdorfer. Er¬staunlich und besonderer Beachtung wert aber auch die Leistung der beiden besten Damen im Feld – Andrea Eskau (Magdeburg; HC C) und Monique van der Vorst (NL; HC C) – die sich lange in der Spitzengruppe und in der Gesamt¬wertung in den Top 20 hielten. Die Klasse HC B ging an die Britin Rachel Morris.

b Einzelzeitfahren der Paracycling-Asse – exzellente Zeiten und hauch¬dünne Ergebnisse
Im Anschluss stellten sich gut 90 Starter der Klassen CP1-4, LC1-4 und BVI (Tandems) im Minutentakt dem einsamen Kampf gegen die Uhr über drei Run-den. Wer von ihnen es schaffte, den Blick auch einmal von der Straße zu heben, konnte im zweiten Streckenteil einen fantastischen Blick auf die sich im Süden abzeichnenden Alpen erhaschen und daraus vielleicht auch noch einmal ein wenig Kraft für die letzten Kilometer ziehen. Denn es ist ja bekannt, dass das Umfeld für die Leistungen nicht unerheblich ist. Die Zuschauer wussten kaum, wem sie die größte Bewunderung zuteil kommen lassen sollten. Den Tandems mit den Blinden und Sehbehinderten, die nach der unwetterbedingten Absage im vergangenen Jahr nun endlich auch zum Zuge kamen und die schnellsten Zeiten auf die Strecke legten? Den LC-Fahrern, die sich trotz zum Teil erheblicher körperlicher Einschränkungen einmal mehr als wahre Artisten auf dem Rad erwiesen? Oder den CP-Fahrern, die trotz spastischen Handicaps Konzentration und Koordination problemlos bewältigen?
Im Ziel lagen zum Teil nur wenige Sekunden zwischen den Ersten der einzelnen Klassen. Bei den LC1-Fahrern hisste sich der Penzberger Wolfgang Sacher trotz Verletzung auf Platz 2 hinter seinen Widersacher Wolfgang Eibeck aus Österreich. Der aktuelle Weltmeister Jiri Jezek wurde seinem Ruf gerecht und entschied die Klasse LC2 für sich. Die Italiener siegten in der Klasse LC3 und LC4 mit Fabrizio Macchi und Paolo Vigano, der den mehrfachen Weltmeister, Paralympics-Sieger und Laureaus-Botschafter Michael Teuber aus Odelzhausen knapp bezwang. Bei den Damen ist vor allem die hervorragende Zeit der Augsburgerin Natalie Simanowski (LC3) hervorzuheben, die auch bei den Männern eine gute Figur abgegeben hätte.
In den Dreirad-Klassen CP1 und CP2 hießen die Sieger Mark Homan (NL), Helmut Winterleitner (A) und Barbara Weise (Strullendorf). Der Brite Kenny Darren war in der Klasse CP3 für seine Gegner mit knapp 3 Minuten Vorsprung unerreichbar, während der Tscheche Jiri Bouska den Frankfurter Klaus Lungershausen in der Kategorie CP4 nur knapp in Schach hielt. Bei den Damen hatte hier die Italienerin Silvana Vinci – Nomen est Omen – das besser Ende für sich.












Alle Ergebnisse unter: www.rslc-holzkirchen.de

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