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03.09.2010 Tour de Guyane: Fünf Sekunden! Timo Scholz schrammt denkbar knapp an Tour-Sieg vorbei!Teamkollege Rüdiger Selig gewinnt grünes Punkte-Trikot - Heidenauer René Heinze war jederzeit deren bester Helfer – Team gewinnt Mannschaftwertung
Von Daniel Förster (Text und Fotos)
Timo Scholz, Kapitän des thüringischen Team Jenatec Cycling, hat denkbar knapp den Gesamtsieg bei der XXI. internationalen „Tour de Guyane" in Französisch-Guayana verpasst. Nur fünf Sekunden fehlten dem zweifachen Steher-Europameister (2007 und 2008) am Triumph, den er nach 1222,2 Kilometern dem Franzosen Cédric Eustache (Martinique) überlassen musste. Gemessen an der der Gesamtlänge der internationalen Rundfahrt, die bei karibisch heißen Temperaturen über elf Etappen ging und der Sieger in 28 Stunden 39 Minuten und 59 Sekunden zurücklegte, war es nur ein Hauch, den der 38-jährige Leipziger Scholz an der Spitze der Gesamtwertung vorbeischrammte. Dritter wurde sein ärgster Kontrahent, der Franzose Frederick Theobald aus Guadeloupe. Den hatte Scholz während der Rennen kaum aus den Augen gelassen. Auf der letzten Etappe einem 12 Kilometer langen Einzelzeitfahren schob sich Scholz zwar noch an dem bis dahin Führenden vorbei, wurde dann aber von Eustache überflügelt.
„Rückblickend haben wir mit den fünf Sekunden hin- und her gerechnet. Ich wüsste nicht, wo wir noch Zeit hätten gut machen können", sagt ein keineswegs enttäuschter, sondern vielmehr glücklicher Timo Scholz. „Ich habe keinesfalls erwartet, mich in der Gesamtwertung auf dem Podium wiederzufinden. Ich bin selber "
Erfolgsgekrönt beendete auch sein Mitstreiter Rüdiger Selig die Rundfahrt. Der sprintstarke Jenatec-Cycling-Mann trat während der Tour viermal aufs Podium, wurde Gesamtsiebenter. Der 21-jährige Leipziger hatte die dritte Etappe gewonnen und war auf der ersten, fünften und achten Etappe Zweiter geworden – meist aus dem Schlussprint. An ihn gingen letztlich das grüne Trikot des punktbesten Sprinter und das orangefarbene Kombinationstrikot.
Ihren wichtigsten Helfer fanden Timo Scholz, Rüdiger Selig und der Rest des Team in René Heinze. „Er hat ihn oder mich oft an die Spitze gefahren und vor allem Rüdiger die Etappenankünfte jeweils lehrbuchmäßig vorbereitet ", sagt Scholz über den 23-jährigen Heidenauer. „Wenn man sein auffälliges Temperament in die richtige Bahn lenkt, dann kann er einem Kontinental-Team ein sehr wichtiger Helfer sein, der Dank seiner Zeitfahrqualitäten kommt er auch selber zum Zug kommt. Er muss nur den sportlichen Leitern oder Talentesichtern auffallen." Constantin Liebenow war auf Ansage ganz zuverlässig in allen wichtigen Ausreißergruppen dabei. „Er hat uns damit im Feld geschont, so dass wir uns unnötige Reaktionen sparen konnten. Das ist für einen 19-jährigen Rennfahrer echt stark."
Scholz und seine Mitstreiter vom thüringischen Team Jenatec Cycling, der Radrenngemeinschaft des SSV Gera 1990 und des Jeaner Radvereins, dessen Kapitän er war, jubelten nach der Tour vor allem über das weiße Trikot der besten Mannschaft, dass sie sich zur Siegerehrung überstreifen durften. Das hatten die Deutschen bereits in der ersten Etappe im Peloton 17 europäischer und südamerikanischer Teams erkämpft und bis zum Schluss nicht wieder hergegeben. „Es gab bestimmt Teams, die stärker waren als wir. Aber unserer Teamgeist war stärker, als bei allen anderen", sagt Kapitän Timo Scholz . „Jeder konnte sich jederzeit auf den anderen verlassen. Jeder stand zum richtigen Zeitpunkt auf seinem Posten." Das taten auch die Bergspezialisten Mathias Wiele (24) und Rick Ampler (20), Sohn von Olympiasieger Uwe Ampler, auf der schweren Königsetappe. Die beiden zogen in den Bergen in einer Sechser-Spitzengruppe davon. Wiele wurde nach 145 Kilometern Dritter, Ampler Vierter.
„Wir haben uns taktisch gut über die elf Etappen gekämpft", resümiert Timo Scholz, der schon 2008 alle französischen Überseerennen gefahren ist und die nötigen Erfahrungen für das Team mitbrachte. „Das ist eine ganz andere Art, Radrennen zu fahren, als wir es von uns zu Hause kennen. Durch die Mentalität der Franzosen entstehen völlig andere Rennsituationen. Auf dem ersten Kilometer geht es von Null auf 50, es wird übermäßig lange attackiert und es ist immer wieder schwer einzuschätzen, wann einer wegfährt oder nicht." |
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