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07.09.2010 Lexware Racing: Mit vier WM-Medaillen zurück in die HeimatMit vier Weltmeisterschafts-Medaillen im Gepäck sind die Sportler des Lexware Racing Teams am Montag wieder in Deutschland gelandet. Äußerst erfolgreiche Titelkämpfe in Mont-Sainte-Anne (Kanada) liegen damit hinter dem Team aus dem Dreisamtal. Nach Staffelsilber des deutschen Teams mit Marcel Fleschhut und Julian Schelb zum Auftakt der WM sorgten Helen Grobert im Rennen der Juniorinnen und Julian Schelb bei den Junioren für zwei Bronzemedaillen. Insgeheim hatte man in Kirchzarten ja auf den Gewinn einer Medaille gehofft. Mit dieser Ausbeute konnte allerdings keineswegs gerechnet werden.
Auftakt nach Maß: Fleschhut und Schelb gewinnen mit dem Team Silber Für einen Auftakt nach Maß sorgte das deutsche Quartett im Team-Relay. Beim ersten Wettkampf am Eröffnungstag der Weltmeisterschaft gewann das Team um Olympiasiegerin Sabine Spitz, Manuel Fumic sowie Marcel Fleschhut und Julian Schelb geradezu sensationell die Silbermedaille, wenn man die Pleiten- und Pannenserie der Team-Relays vergangener Titelkämpfe betrachtet. Immer wieder hinderten in den vergangenen Jahren Defekte und Stürze gute Auftritte der deutschen Mountainbiker. In Mont-Sainte-Anne passte diesmal jedoch alles zusammen. Manuel Fumic brachte Deutschland als Startfahrer in eine glänzende Ausgangsposition und übergab auf Rang zwei auf Julian Schelb. Der Münstertäler fuhr seinerseits eine glänzende Runde und hielt das deutsche Team mit Platz drei in den Medaillenrängen. Nachdem Sabine Spitz mit einer ebenfalls grandiosen Runde auf Position zwei an Schlussfahrer Marcel Fleschhut übergeben hatte, brachte dieser die Silbermedaille sicher ins Ziel. „Nachdem die anderen so stark gefahren sind, habe ich als Schlussfahrer schon den Druck gespürt, der auf mir lastete. Ich habe auf meiner Runde alles gegeben und bin froh, die Silbermedaille für uns perfekt gemacht zu haben“, freute sich Fleschhut im Ziel. Weltmeister wurde die Schweiz, Bronze ging an Tschechien.
Helen Grobert mit unbändigem Kampf zu Bronze Eine unglaubliche kämpferische Leistung zeigte Helen Grobert im Rennen der Juniorinnen. Bereits nach zwei Kilometern schien der Kampf um eine Medaille für die Vizeeuropameisterin gelaufen. An einem Absatz verbremste sie sich und flog über ihren Lenker auf den Boden. Dabei löste sich das Hinterrad aus der Verankerung. Nachdem sie es wieder fixiert hatte, lag sie nach der Startrunde nur auf Rang 10 mit über 1.30 Minuten Rückstand auf die Spitze. Doch Grobert gab nicht auf und fuhr sich mit zwei schnellen Runden auf dem 4,8 Kilometer langen technisch höchst anspruchsvollen Kurs zurück auf Medaillenkurs. In der letzten Runde geriet die Bronzemedaille zwar nochmals kurzzeitig in Gefahr, als Grobert von Krämpfen geplagt die Zweitplatzierte Ukrainerin Yana Belomoyna ziehen lassen musste und die Viertplatzierte Chinesin Yue Bai aufschloss. Doch die Lexware-Racerin biss die Zähne zusammen und konnte den dritten Platz verteidigen. „Ich bin überglücklich. Ich habe gekämpft und es hat Gott sei Dank zu einer Medaille gereicht“, zeigte sich Grobert im Ziel erleichtert. Weltmeisterin wurde Pauline Ferrand Prevot (Frankreich).
Schelb macht es spannend und holt Bronze Julian Schelb sorgte mit der Bronzemedaille im Juniorenrennen für das vierte Edelmetall für das Lexware Racing Team. Damit konnte der Münstertäler die Erwartungen der Experten, die in ihm einen festen Medaillenkandidaten sahen, eindrucksvoll bestätigen, auch wenn er es lange Zeit sehr spannend machte. Nach einem guten Start führte Schelb die Spitzengruppe nach der ersten von sechs Runden an. In der dritten Runde entwischte jedoch der Dauerkonkurrent und spätere Weltmeister Michiel Van der Heijden (Niederlande) und Schelb verlor nach einem Sturz den Anschluss an die Verfolgergruppe. Doch in der vorletzten Runde konnte der Münstertäler wieder zum bis dato Drittplatzierten Maximilian Vieider (Italien) aufschließen und sich in der Schlussrunde an einem Anstieg entscheidend vom Italiener absetzen. „Als ich zu ihm aufgefahren bin, habe ich gesehen, dass ich am Berg stärker bin als er. Deshalb habe ich dann im Anstieg angegriffen. Ich bin überglücklich mit Bronze. Jetzt fahre ich mit zwei Medaillen nach Hause, wer hätte das gedacht“, kommentierte Schelb. Silber sicherte sich der Franzose Julien Trarieux.
Fleschhut mit Pech im U23-Rennen Ernüchternd fiel hingegen das U23-Rennen für das Lexware Racing Team aus. Marcel Fleschhut wurde beim Sieg von Mathias Flückiger (Schweiz) 22., Markus Bauer und Fabian Strecker kamen auf die Plätze 30 und 47. Fleschhuts Ergebnis wird jedoch bei einem Blick auf die Rundenzeiten relativiert, auch wenn sich der DM-Dritte davon nichts kaufen kann. Nach Pech in der Startphase, als ihm im Startgetümmel die Kette vom Ritzel fiel und er dadurch nur als 37. die Startrunde beendete, kämpfte sich Fleschhut mit Top-Rundenzeiten auf Rang 12 vor. Dass er dabei die viert-, siebt- und neuntschnellste Rundenzeit hinlegte, zeigt, dass eine Platzierung unter den Top10 im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Doch in der letzten Runde riss er sich an einer Felskante das Schaltwerk ab und musste die letzten Kilometer bis ins Ziel rennen. Dadurch rutschte er noch bis auf Platz 22 zurück. „Ich hatte super Beine. Ohne Defektpech wäre heute einiges möglich gewesen“, resümierte ein enttäuschter Fleschhut nach dem Rennen. Fabian Strecker zeigte sich auch am Montag nach der Ankunft in Deutschland noch ratlos über seine Leistung im WM-Rennen. Sechs Tage nach seinem starken Auftritt beim Weltcup in Windham (USA), als er auf Platz 59 erstmals in die Weltcup-Punkte fuhr und dabei Achter der U23-Wertung wurde, sollte in Mont-Sainte-Anne bei ihm gar nichts zusammenlaufen. „Ich habe alles gegeben und bin total ans Limit gegangen, aber es wollte einfach nicht vorwärts gehen“, schilderte der derzeit U23 Bundesliga-Zweite nach dem enttäuschenden Rang 47. Ähnlich enttäuscht stieg Markus Bauer aus dem Flugzeug. Platz 30 entsprach ebenfalls nicht den Erwartungen, die er nach einer guten WM-Vorbereitung in sich selbst gesteckt hatte. „Ich bin gut ins Rennen gekommen und war nach der ersten Runde Achter. Ich bin dann auch meinen Rhythmus weiter gefahren, aber mit zunehmender Renndauer habe ich immer mehr Plätze verloren. Irgendwann wollte dann auch der Kopf nicht mehr“; sagte Bauer. „Aber wir lassen den Kopf jetzt nicht hängen. In einer guten Woche steht noch das Bundesligafinale in Saalhausen an. Dort will ich meine Führung in der U23 Bundesliga verteidigen“, stellte Bauer mit einem Grinsen und einem Blick zu seinem Teamkollegen fest - Strecker ist Gesamtzweiter. Fleschhut folgt auf Rang drei.
Weitere Informationen zum Lexware Racing Team finden Sie unter www.lexware-racing.de.

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